Am späten Karfreitag-Abend steht eine ungeduldig wartende Menschenmenge in der Ortsmitte von Trierweiler und belädt mit tatkräftiger Unterstützung der Busfahrer und Eltern das Gepäck im Laderaums des komfortablen Reisebusses. Ziel ist der Küstenort Malgrat de Mar an der Costa de Barcelona, einziger Haken an der Sache: Eine sicher anstrengende Fahrt über ca. 1.200 km ...

Nach dem Start unserer Tour am Freitag Abend lief alles zunächst ganz gut. Die Stimmung war prima und die Autobahn frei. Um Mitternacht wurde es immer ruhiger im Bus. Nach der ersten Pause um ein Uhr war die Zeit gekommen, um den dicken Pulli und das Kopfkissen auszupacken. Als fast alle eingeschlafen waren, beendete ein deutlich zu hörendes Zischgeräusch die Weiterfahrt. Glücklicherweise haben wir es noch bis zum nächsten Parkplatz geschafft. Eine gute halbe Stunde später war dann der Pannendienst da. Wir hatten zwar die Stoßstange halb abgebaut, konnten die undichte Stelle im Schlauch aber nicht lokalisieren. Dank präziser Problembeschreibung unseres Dolmetschers Thomas Bartelt an den Mitarbeiter des Pannendienstes war das poröse Stück des Schlauches schnell gefunden, herausgetrennt und mit einem Verbindungsstück überbrückt. Das größere Problem war die Schadenabwicklung. Als das aber nach weiteren 30 Minuten auch erledigt war, konnten wir mit 100 Minuten Verspätung um 4 Uhr die Fahrt fortsetzen. Und zur Belohnung für die tatkräftige Unterstützung (hier ist Ralf Schneider besonders hervorzuheben) gab es dann von der Buscrew noch eine Runde frisches Veltins. Vergessen war dann auch der  Ärger wegen des mit Schokolade verschmutzten Ganges, der noch in der ersten Pause von den Busfahrern gereinigt werden musste. Die Jungs haben sich ansonsten während der langen Wartezeit vorbildlich verhalten. Ob das mit der allgemeinen Müdigkeit oder dem tollen Kinderspielplatz zu tun hatte, lässt sich nicht mehr feststellen. Der Rest der Fahrt verlief ohne weitere Zwischenfälle und zu unsrer Überraschung waren wir am Samstag schon vor zwölf in Malgrat de Mar.

Von der Anmeldung im Turnierbüro ging es dann bei noch sonnigen, aber windigen Wetter ins Hotel. Nach dem Bezug der Zimmer wurde in der ersten Teamsitzung die mit Spannung erwartete Mannschaftseinteilung bekannt gegeben. Entgegen unserer Erwartung gab es keine kritischen Rückmeldungen, was für die positive Einstellung der Jungs spricht. Von Kritik begleitet waren aber die festgelegten Sperrstunden. Neun Uhr im Hotel und um 10 Uhr im Zimmer für die C-Jugendlichen und um 12 für die B-Jugendlichen erschien den Meisten als zu ambitioniert. Zu unsrer Überraschung hatten die Zimmerverantwortlichen sich und ihre Kameraden aber teilweise schon deutlich vorher abgemeldet. Und wie wir uns überzeugen konnten, waren die Jungs auch wirklich auf ihren Zimmern... 

Michael Fischer